Digital Humanities @ work – eine Frage der Perspektive

Wer im Internet nach einer einheitlichen Definition für den Begriff der Digital Humanities sucht, erhält oft keine eindeutige Antwort. Sicher ist: Digital Humanities haben etwas mit digitalen Technologien und den Humanities, zu deutsch meist als Geisteswissenschaften übersetzt, zu tun. An einigen schweizerischen Universitäten (u. a. an der Universität Basel), werden jedoch neben den Geistes- auch die Sozialwissenschaften in das Forschungsfeld der Digital Humanities inkludiert. Fast allen Beschreibungen oder Definitionen gemein ist jedoch, dass die Digital Humanities vor allem im akademischen Bereich, im Kontext der computergestützten geistes- oder eben auch sozialwissenschaftlichen Forschungstätigkeit, verortet werden.

Obwohl wir der Ansicht sind, dass dieses begriffliche Verständnis von Digital Humanities keineswegs falsch ist, greift es aus unserer Sicht doch etwas zu kurz, denn:

Längst nicht alle Menschen, die ein Studium der Geistes- o. Sozialwissenschaften abschliessen, schlagen auch eine akademische Laufbahn ein. Doch auch für diese Personen, die oft in sozial- oder geisteswissenschaftlich assoziierten Branchen bzw. Institutionen zum Beispiel im Bereich Kultur, Bildung o. öffentlicher Verwaltung usw., ihr Wissen aus den Humanities zur Anwendung bringen, spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle.

Unter dem Motto Digital Humanities @ Work oder kurz DH@Work, wollen wir einen Schritt weitergehen und das doch recht forschungszentrierte Verständnis der Digital Humanities etwas aufbrechen. Aus diesem Grund vertreten wir ein, möglicherweise etwas unkonventionelles, erweitertes Begriffsverständnis, welches zusätzlich auch die ganz praktische Anwendung digitaler Technologien im Berufsalltag bzw. Aktionsfeld all jener Menschen und Institutionen mit geistes- o. sozialwissenschaftlichem Hintergrund, einschliesst.

DH@Work bedeutet für uns aber weit mehr als die Verbindung gewöhnlicher IT-Dienstleistungen mit geistes- bzw. sozialwissenschaftlichem Know-How. So begreifen wir die digitale Transformation der Gesellschaft und insbesondere die der Arbeitswelt auch als eine grosse Chance, die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Errungenschaften beider Disziplinen und Subdisziplinen, in die Lebenswelt der Menschen zu überführen und den digitalen Arbeitsplatz der Zukunft nach den Prinzipien sozialer Nachhaltigkeit zu gestalten.